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Marktwirtschaft – als faires Tauschen

Henryk Cichowski – fair handeln

Ein Plädoyer für eine faire und soziale  Marktwirtschaft nach dem Prinzip der Goldenen Regel.

Als Goldene Regel bezeichnet man einen alten und verbreiteten Grundsatz der praktischen Ethik, der auf der Reziprozität menschlichen Handelns und beruht, in konventioneller Formulierung: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Bzw. „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu.“

Mit anderen Worten, „Geben und Nehmen in der Balance“ bzw. „Leben und Leben lassen“ als Grundprinzip einer ökonomischen und sozialen Marktwirtschaft.

Reziprozität bedeutet Gegenseitigkeit oder Wechselbezüglichkeit und stellt ein Grundprinzip menschlichen Handelns, im ökonomischen Kontext – des  fairen Tauschens“ dar (auch Prinzip der Gegenseitigkeit).

Im Modell der Freien Marktwirtschaft wird allein durch den Markt bestimmt, was produziert und konsumiert wird, in welcher Menge und zu welchem Preis.

Eine freie Marktwirtschaft besteht  dann, wenn:

  • die Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital) in privater Hand liegen und die Produktion auf Initiative privater Unternehmen erfolgt (also Privateigentum an den Produktionsmitteln und freier Wettbewerb)
  • Einkommen nur durch Dienstleistungen und die Gewinne privater Unternehmen erwirtschaftet wird
  • keine Planwirtschaft besteht
  • keine staatliche Kontrolle oder Marktregulierung besteht
  • die Marktteilnehmer Wahlfreiheit hinsichtlich Konsum, Berufstätigkeit, Sparen und Investieren haben

Die Idee des Leitbilds der Sozialen Marktwirtschaft ist, die Vorteile einer freien Marktwirtschaft, insbesondere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die hohe Güterversorgung zu realisieren, gleichzeitig aber Nachteile wie zerstörerischen Wettbewerb, Ballung wirtschaftlicher Macht und unsoziale Auswirkungen von Marktprozessen zu vermeiden.

Ziel der Sozialen Marktwirtschaft ist größtmöglicher Wohlstand bei bestmöglicher sozialer Absicherung. Der Staat verhält sich anders als in der freien Marktwirtschaft nicht passiv, sondern greift aktiv zum Wohle der Gemeinschaft Aller in das Wirtschaftsgeschehen ein.

 

Ökonomischer versus ideologischer Kaptialismus
aus: https://bazonbrock.de/werke)

Die für die Aufrechterhaltung des Kapitalismus notwendige Balance von In-die-Welt-Bringen und Aus-der-Welt-Bringen lässt sich nicht länger gewährleisten. Dafür ist die sogenannte Klimakrise mit all ihren ökologischen Folgen sprechendes Beispiel. Die Ressourcen der schöpferischen Hervorbringung sind doch nicht unbegrenzt, …
Wir müssen also mit dem entscheidenden Ernstfall, dem Versagen des Kapitalismus, rechnen. Das heißt wohl im Wesentlichen, mit schnell verstärkter Renationalisierung zu rechnen und der damit verbundenen Grundentscheidung interessengeleiteter Allianzen, der Unterscheidung von Freund und Feind.
Die stärksten Polarisierungen dieser Art sind durch das Versagen des Kapitalismus in den Konfrontationen von China, den USA und Europa zu sehen, deren jeweiliger innerer Zusammenhalt zudem noch durch innerstaatliches Vormachtstreben der Religionen und Ethnien gefährdet ist. Zur Bewältigung dieser Bedrohung müsste Macht in einer Weise eingesetzt werden, die jedenfalls rechts- und sozialstaatlich verpflichteten Demokratien weitgehend widerspräche. Es bliebe dann die Option Sicherheit vor Freiheit, wobei, wie die Geschichte lehrt, selbst mit den rigidesten Mitteln Sicherheit doch längerfristig nicht garantiert werden kann.
Kein Weg, keine Chance, kein Ausweg – nirgendwo ? Bestenfalls ein Aufschub, wenn es gelänge, einen leistungsfähigen Kapitalismus durchzusetzen. Das hieße, endlich wieder den Markt als regulative Kraft zu etablieren, denn der bisherige, nicht ökonomische, sondern bloß ideologische Kapitalismus hatte ja gerade durch Subventionen und andere erkaufte Interventionen den Markt jener Funktionslogik beraubt, die ihn tatsächlich zu begründen vermöchte. Bisher gibt es noch gar keinen ökonomischen Kapitalismus, wenn auch hie und da ein paar glorreiche Kapitalisten.“ (Quelle: siehe oben).

Ökonomie von Gut und Böse
aus:
tomas-sedlaek-warum-die-oekonomie-ein-kulturelles-phaenomen-ist?
„Im Zeitalter der Quantifizierung und der Haben-Mentalität (Erich Fromm) ist das mathematische Denken und Formulieren zur Hauptmetapher der Ökonomie geworden. Die Auseinandersetzung mit der „Metamathematik“ muss zum Ergebnis haben, dass die Ökonomie eine Sozial- und keine Naturwissenschaft und damit eine politische und gesellschaftliche Herausforderung darstellt.
Tomáš Sedláĉek plädiert  nicht für die Abschaffung der Ökonomie und auch nicht der Wirtschaftswissenschaften; er mahnt aber einen Perspektivenwechsel an im ökonomischem Denken und Handeln – weg vom Nutzenstreben und hin zu einem vernetzten, ganzheitlichen Bewusstsein.
Die Grundlage dafür könnte das Nachdenken darüber sein, „wie sich die Wahrnehmung der ökonomischen Dimension des Menschen entwickelt hat“, nicht, um das, was in vergangenen Epochen gedacht und getan wurde, einfach nachzuahmen, sondern um aus den historischen, gesellschaftlichen und politischen Erfahrungen zu lernen; und schließlich „die Seele der Wirtschaft und der Ökonomie“ zu finden.
Wenn wir aus den Krisen, die uns derzeit beherrschen, lernen wollen können, ist es erforderlich, „ein Gegengewicht zu der reduktionistischen, analytischen und mathematischen modellbasierten Vorgehensweise in der Ökonomie zu bieten“. (Quelle: siehe oben).
Die Finanzwirtschaft muss der Realwirtschaft dienen und nicht umgekehrt.
http://library.fes.de/pdf-files/wiso/05879.pdf
Banken und andere Finanzdienstleister stellen den Zahlungsverkehr sicher, nehmen Einlagen entgegen und bündeln diese, um daraus Kredite zu vergeben. Außerdem ermöglichen sie beispielsweise über Emissionen den Zugang zu Unternehmenskapital.
Die volkswirtschaftliche Funktion von Banken besteht schlicht darin, die Realwirtschaft mit Zahlungsmitteln und Kapital zu versorgen.
Da in der arbeitsteiligen und global organisierten Wirtschaft nichts ohne Geld und Kapital funktioniert, ist die gesamte Wirtschaft von einem funktionsfähigen Finanzsystem abhängig.
Erbringt die Finanzwirtschaft diese Dienstleistung für die Realwirtschaft nicht oder nur unzureichend, treten Störungen und Verwerfungen auf. Letzteres ist derzeit in hohem Maße offensichtlich der Fall. (Quelle: siehe oben).

 

Soziologie/M/Weber

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