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010605

Selbstverteidigung + Anspruch auf Hilfesleistung

Selbstverteidigung

Wenn einer nach meinem Leben trachtet und meine Existenz gewaltsam auslöschen will, habe ich das Recht mich zu wehren. Ich denke, dass alle Menschen an ihrem Leben hängen und es mit allem was sie haben verteidigen würden.

Jemandem anderen das Selbstverteidigungsrecht abzusprechen, in der Hoffnung dann vielleicht der Aggression des Gewalttäters zu entgehen, ist egoistisch und scheinheilig. Im Gegenteil, ich bin verpflichtet zu helfen, sonst mache ich mich der unterlassenen Hilfeleistung und Nächstenliebe schuldig.

Es heißt in der Bergpredigt, dass die sanftmütigen, gerechten, barmherzigen und friedlichen Menschen das Erdreich besitzen.

Leider zeigt die Menschheitsgeschichte, dass auch immer wieder Kriege mit fürchterlichen Konsequenzen für die Menschen ausbrechen und eben nicht-sanftmütige und nicht-friedenswillige Kriminelle deren Hab und Gut begehren bzw. ihnen nach dem Leben und ihrem Eigentum und Besitz trachten.  Oftmals noch im Auftrag oder in Ableitung einer Ideologie, Kultur oder Irrlehre …

Römer Brief 3 „Ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen; Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, und den Weg des Friedens kennen sie nicht.“

Die Aussagen aus der o. g. Bergpredigt umschreiben grundlegende ethische Prinzipien von Demokratien. Insbesondere die sogenannte „Goldene Regel“.

In vielen Kulturen und Weltreligionen findet man diese „Goldene Regel“ als Orientierung für ein gelingendes Zusammenleben von Menschen.

Aber was ist, wenn sich ein Aggressor nicht an diese Goldene Regel hält und das friedliche Zusammenleben (Frieden) von Menschen mit mörderischer sowie zerstörerischer Gewalt (Krieg) faktisch unterbricht?

Welche grundsätzlichen Fragen ergeben sich aus dieser Situation und auf welche menschlichen Grundpositionen und Haltungen sowie ethischen Prinzipien könnte man sich stützen, um, das Denken und Wollen im Guten bewahrend, angemessen zu handeln?

Philipper 4 „Gott, der Frieden schenkt, wird euch beistehen! Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn, (um) das Denken und Wollen im Guten (zu) bewahren, geborgen in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.“

Vorab. Wenn, wie jetzt in der Ukraine geschehen, ein Aggressor seinen Nachbarn überfällt, um diesen mit mörderischer Gewalt vollständig zu unterwerfen und damit Tatsachen schafft, machen sich dieser Täter sowie seine Gefolgsleute eindeutig und schwerwiegend schuldig.

Sie können sich dann auch nicht mehr damit herausreden wollen, dass andere es nicht gut mit ihnen meinen, sie sich von ihnen bedroht fühlen usw.

Wie sollten und dürfen sich die Opfer verhalten (Selbstverteidigung)?
Die Opfer einer Aggression haben ein eindeutiges Recht darauf, ihr Leben zu verteidigen und den Aggressor abzuwehren. Sie dürfen auch darauf hoffen, dass andere ihnen zu Hilfe kommen.

Sprüche
„Ein Gerechter, der angesichts eines gottlosen Übeltäters wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

1.Petrus 2 Verhalten in der Welt
Durch Tun des Guten stopft ihr den unwissenden und törichten Menschen das Maul. Ehrt jedermann.

Wie lässt sich Frieden wieder herstellen (Ziel)? 
Die Menschen der Ukraine haben das legitime Recht darauf, ihr gesamtes Staatsgebiet einschließlich der Krim, wieder zurück zu erhalten (gewinnen) und als souveräner Staat mit souveränen Bürgern zu existieren. Die Völkergemeinschaft sollte sie darin unterstützen.

Die Menschen in Russland haben ein Recht darauf, Widerstand gegen das eigene menschenverachtende und unterdrückende Regime mit ihrem Führer Putin zu leisten.

Römer 13 – Böse Machthaber und das Verhältnis zur staatlichen Gewalt? – Widerstand! 1
„Jedermann sei untertan der Obrigkeit. Denn die Gewalt haben, muss man nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, dann wirst du Lob von ihr erhalten.

Was sollte eine Friedensvereinbarung beinhalten (verbindliche Zu- / Absicherung)?
Eine Friedensvereinbarung sollte sicherstellen, dass den Bürgern und Bürgerinnen der Ukraine alle Grundrechte (Menschen-, Bürger-, Freiheits- und Gleicheitsrechte) verbrieft zugestanden werden und sie in einem Staat mit Demokratischer Grundverfassung, Rechtsstaatlichkeit und Sozialstaatlichkeit nach europäischem Standard in vollständiger Souveränität leben dürfen.

Wie sollte mit dem Aggressor verfahren werden?  
Den Aggressoren steht ein ordentliches Strafverfahren zu.

Matthäus 26
„Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“

2.Petrus 2
„Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn, der sie losgekauft hat; die werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben.

Welchen Anspruch haben die Opfer?
Die Ukraine und ihre Bürger/innen haben den Anspruch der vollständigen Schadensregulierung gegenüber dem russischen Staat bzw. seinem Rechtsnachfolgerstaat.

Was gilt auch für uns?
Wir sollten mit aller Kraft für den universalen Geltungsanspruch des über 250 Jahre hart errungenen europäischen Grundkonsenses von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, der sich entschieden gegen den Faschismus und ähnliche Machenschaften richtet, eintreten und kämpfen.

Denn: (Demokratie ist anstrengend – aber lohnend)

„Die Zumutungen der Demokratien und des Liberalismus an die Selbstkontrolle, Bildungswilligkeit und Verpflichtung aufs Allgemeininteresse der Einzelnen werden im Westen schon seit 20 Jahren mindestens als so überfordernd empfunden wie im Osten. Putins antidemokratische fundamentalistische Haltung beherrscht ohnehin längst mindestens ein Drittel der Bevölkerung der westlichen Länder und sogar einen der amerikanischen Präsidenten.“ Philosoph Prof. Bazon Brock bazonbrock.de/werke

Offene Briefe an Bundeskanzler Olaf Scholz
emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463
ein-anderer-offener-brief-an-bundeskanzler-olaf-scholz

Henryk Cichowski – Acryl auf Leinwand

„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“. Will sagen, sie könnten es „wissen“ und sollten es „unterlassen“! „Du sollst nicht töten“. Das gilt für alle Menschen – auch für Russisch-orthodoxe Christen. Kein Ziel rechtfertigt den Mord am Mitmenschen.