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Professionelle (soziale) Beratung

Was zeichnet einen professionellen sozialen Berater bzw. eine professionelle soziale Beraterin aus?

Empathie alleine reicht nicht! Empowerment ist mehr!

Berater/innen, die besonders kompetent sind, betrachten Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation auf unterschiedliche Arten: 

  • auf der Grundlage von Gefühlen und
  • von Gedanken,
  • von Selbstbeschreibungen und Selbstbeurteilungen bzw. Selbsteinschätzungen,
  • von Strategien und von Lebenszielen,
  • auf der Grundlage der sozialen Umwelt (Partnerschaft, Familie, Freunde, Freizeit, Schule, Beruf, …), in der die Menschen eingebettet sind, leben und kommunizieren,
  • auf der Grundlage der inneren und äußeren Bedingungen,
  • auf der Grundlage von internen und externen Ursachen für sensible Phasen und Problemlagen sowie
  • auch in Bezug auf materielle Lebenslagen
    für das individuelle Handeln und Verhalten.

Gute Berater/innen erkennen die Kompetenzen und die individuelle Kompetenzentwicklung ihrer Kunden/innen in ihrem ganzheitlichen Zusammenhang sowie individuellen temporären und situativen Kontext und konzentrieren sich insbesondere auf die Stärken und Entwicklungspotenziale der Menschen sowie deren gesellschaftlichen Teilhabechancen.

Sie verstehen die personen– und umweltbezogenen Ursachen und Bedingungen für sensible Phasen, sowie für Problem– bzw. Krisensituationen und können sie auch in dem jeweiligen zeitlichen Kontext verorten.

Gute Berater/innen beherrschen die dialogische Dienstleistungsinteraktion auf Augenhöhe und sind in der Lage, wenn nötig Perspektivwechsel zu initiieren.

Sie finden vor allem gemeinsam (sozusagen in Koproduktion) mit den Kunden/innen heraus, was evtl. noch für eine souveräne Lebensführung fehlt.

Im Rahmen eines interaktiven Wertschöpfungsprozesses treffen sie in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Ihren Kunden/innen Entscheidungen über neue Ziele und Wege bzw. Unterstützungsleistungen, diese Ziele realistisch zu erreichen (SDH – shared decision making). (Berater und Partner)

Dabei antizipieren sie mögliche Hindernisse und entwickeln realitätstaugliche und lösungsorientierte Szenarien zu Handhabungsformen und Veränderungsprozessen, um Hindernisse und Problemlagen zu überwinden.

Vom Ende denken heißt hier, anzufangen, zukünftig die richtigen Dinge (Effektivität), gut zu tun (Effizienz).

In ihrem Urteilsvermögen finden gute Berater/innen dann die richtige Balance aus Fördern und Fordern.

  • Hineinfühlen – Empahtie / Mitgefühl
    Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.

    Ein damit korrespondierender allgemeinsprachlicher Begriff ist Mitgefühl. Empathie ist also gefühlsbasiert.

Graphik – Sozialagentur kommstruktiv

Hineinfühlen und Hineindenken –
Denken, Fühlen, Vorstellen, Wollen und deren Vergegenständlichung in Sprache einerseits sowie gegenseitiges Verstehen andererseits
„Kommunikation ist nicht ganz einfach“ 👂👁🗣🧠
Wird das, was gedacht wird auch gesagt und stimmt das, was gehört wird mit dem Gesagten und Gedachten tatsächlich überein? … denken sprechen hören interpretieren verstehen …
  • Hineindenken – Perspektivenübernahme
    Die Fähigkeit zur Perspektivübernahme meint, dass man den Standpunkt, die Pläne und Absichten einer anderen Person bewusst nachvollziehen kann, ohne den eigenen Standpunkt zu verlieren.

    Es ist ein komplexer Denkprozess, der dazu dient, sich die Umstände des anderen und dessen mögliche Gedanken vorstellen zu können.

    Hierzu gehört auch die Erörterung der Bedingungen und Ursachen für sensible Lebensphasen, Problemen und Konflikten sowie prekären Lebenslagen.

  • In alle Richtungen sehen – 360 Grad – Rundumblick
    Wie der Name erahnen lässt, handelt es sich hierbei um eine Rundumbetrachtung und –beurteilung in alle Lebensrichtungen und von allen Seiten.

    Der Rundumblick bzw. das Rundgespräch soll die subjektive Weltsicht und Weltaneignung sowie daraus abgeleiteter Handlungsmuster der Kunden/innen einschließlich deren internen und externen Bedingungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und erschließen.

  • Biografische Erfahrungen und Lebensentwürfe analysieren / Risiken erkennen, bewerten und behandeln / Chancen und Potenziale erkennen und entwickeln als: Perspektivwechsel
    a) Perspektivwechsel Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
    b) Perspektivwechsel durch bewusstes Risikomanagement
    c) Perspektivwechsel durch Erkennen von Chancen und Nutzen von Potenzialen

    Zu a) Die drei zeitlich orientierten Perspektiven sind die Ansatzpunkte beim bewussten Perspektivwechel.

    In der Betrachtung einer aktuellen Situation entsteht die Frage, wie Menschen sich in der Zeit orientieren. Dabei ist zu beachten, dass beispielsweise das Heute die Zukunft von gestern und die Vergangenheit von morgen ist. Jede Zukunft hat immer auch eine Herkunft. …

    Insofern ist zu sehen, dass die heutige Lebenssituation immer auch eine biografische Komponente, d. h. eine Entstehungsgeschichte hat und auf einem bewussten oder unbewussten Lebensentwurf beruht sowie Erfahrungen des Gelingens und des Nichtgelingens mit sich bringt. Diese Aspekte gilt es in Zielbildungsprozessen zu nutzen.

    Zu b) Die Erstellung eines Risikoportfolios kann helfen, die Auswirkung von Risiken auf die Bewältigung des Lebensalltags zu bewerten und einzuordnen.

    Dabei lässt sich feststellen, dass manchmal Risiken zu vernachlässigen sind und andere unbedingt gemanagt werden sollten, obwohl es gefühlt andersrum wahrgenommen wird.
Henryk Cichowski


Zu c) Viele Menschen besitzen Fähigkeiten und Fertigkeiten (Stärken) sowie Potenziale, derer sie sich entweder nicht bewusst oder nicht hinreichend bewusst sind.

Oftmals können diese auch nicht benannt werden. Aber gerade das Wissen darum, böte den Menschen klare Vorteile in der Lebensbewältigung.

Gerade die Stärken sind das, was die Unternehmen interessiert. Arbeitnehmer/innen werden im Stärkenprofil eingesetzt und sonst nirgendwo. Nur da erzielen Sie einen abrechenbaren Mehrwert. Stärken sind der Schlüssel zum Erfolg.

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  • Ziele formulieren und erreichen Interaktive Wertschöpfung

Beim Prozess der interaktiven Wertschöpfung als Dialog auf Augenhöhe geht es um eine bewusste, arbeitsteilige Zusammenarbeit bzw. konstruktive Auseinandersetzung zwischen Beratern/Beraterinnen und Kunden/innen im Sinne eines sozialen Austauschprozesses.


„Die Herausforderung ist – gemeinsam zu finden, was (noch) fehlt (Wertschöpfung)!“

Die Basis für den interaktiven Wertschöpfungsprozess ist ein gemeinsam anerkannter Ordnungs- und Handlungsrahmen, deren Regeln anerkannt werden – „Geist der respektvollen Gegenseitigkeit“.

Dieses setzt mehrerlei voraus:

  • es sollte eine aktive dialogische Auseinandersetzung sein,
  • andere Auffassungen sollten anerkannt werden und
  • man sollte sich im Rahmen eines wechselseitigen Respekts auf realitätstaugliche Ziele und konkret umsetzbare Umsetzungsschritte einigen, die verbindlich anerkannt werden.

Der Berater / die Beraterin ist ein/e privilegierte/r Fremde/r. Denn er/sie produziert über diese Fremdheitsposition einen Mehrwert. Gleichzeitig verunsichern und Anlass für neue Selbstbeschreibung sein.

Die Methodik der Interaktiven Wertschöpfung ist ein cognitive tool für Wandel und Veränderung bzw. von Anpassungsstrategien an Herausforderungen des Lebens.

Henryk Cichowski – Frühling : die Natur macht sich startklar