Besucher

021404

Russlands imperialer Irrweg (imperiale Überdehnung) und seine Konsequenzen

«Die russischen Beamten organisieren in Moskau den Krieg und machen zwischendurch Ferien in Nato-Ländern»

https://www.derstandard.de/story/3000000208086/snyder-nur-niederlage-im-ukrainekrieg-kann-das-russische-regime-brechen?utm_source=pocket-newtab-de-de

Jesus sagt: „Behandle andere so (gut), wie du selbst behandelt werden willst (gut).“ Goldene Regel.

Wenn man allerdings sieht, wie der Massen-Mörder Putin seine Mitmenschen mit Repression, Angst und Schrecken, Folter und Massenmord … überzieht (böse), weiß man sehr schnell, wessen Geistes Kind er ist (böse). Es ist die Sprache und das Handeln des Bösen. Schwer nachzuvollziehen für Menschen, die nichts Böses im Schilde führen.

Nächstenliebe im christlichen Sinne verachtet Putin als Schwäche und nimmt diese nicht ernst.

Das Schicksal aller Diktatoren endet aber immer im Realitätsverlust, in der schmachvollen Niederlage, im Gefängnis, in der Hinrichtung oder im Selbstmord.

(Unter einem Realitätsverlust versteht man einen psychischen Zustand, bei dem der Patient nicht mehr in der Lage ist, die ihn umgebende Situation mit ihren Objekten und Ereignissen zu erkennen, sondern in einer individuellen „Parallelwelt“ lebt).

Diese „Angst“ vor einer schmachvollen Niederlage treibt Wladimir Putin stets um und drängt ihn zu immer weiteren und bösartigeren / wahnsinnigen Gräueltaten.

Aus dieser Nummer kommt er (selbst) nicht mehr heraus.

Wenn er den Mund aufmacht, lügt er. Wahrscheinlich ist es zielführender immer das Gegenteil von dem zu glauben, was er vorgibt zu tun.

Putin: „Wir haben nicht vor, die Ukraine anzugreifen“.  „Es ist alles ganz einfach. Es geht darum, sich selbst und seine Familie zu verteidigen, unser Heimatland. Wir haben niemanden angegriffen. Wir verteidigen unser Volk, unsere Heimat.“

Wir wissen, wie Putin andere behandelt (böse) und können daraus ableiten, wie er behandelt werden sollte (nicht freundlich / um in seinem Sprachgebrauch zu bleiben). Freundlichkeit belächelt er nur und legt sie als Hilflosigkeit aus.

Das stellt die durch ihn bedrohten Menschen vor die Herausforderung, sich in der notwendigen Härte und Weisheit zu verteidigen.

Am Ende wird es so sein: „Gleich wie Feuer nicht Feuer löscht, so kann Böses nicht Böses ersticken. Nur das Gute, wenn es auf das Böse stößt und von diesem nicht angesteckt wird, besiegt das Böse.“ — Leo Tolstoi (Russischer Schriftsteller).

Will sagen: auch wenn du uns unser „rechtmäßiges“ Eigentum nimmst (hier bitte! / Frieden), wir werden uns dir nie unterwerfen und unsere Liebe zur Freiheit aufgeben. Bis hierhin und nicht weiter. Demokratie, Europa, Natogebiet, …!

„Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht.“ Lukas 6/29 – bitte schön, aber eine Unterwerfung unter das Böse ist damit nicht gemeint.

Protestplakat des litauischen Künstlers Kriss Salmanis gegen Wladimir Putin (© picture-alliance/AP)

„Das Böse weiß vom Guten,

aber das Gute vom Bösen nicht. Selbsterkenntnis hat nur das Böse.“ – Franz Kafka
Last Modified: 20. Februar 2024

Jeder Staat hat seine Mafia, in Russland aber hat die Mafia ihren Staat und einen skrupellosen Massenmörder (Putin) als ihr Oberhaupt.


Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem imperialem Anspruch Russlands eine „Weltmacht“ sein zu wollen sowie als solche insbesondere vom Westen anerkannt werden zu wollen und der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander und es entsteht ein unangenehmer und als Bedrohung empfundener Spannungszustand in der „russischen Seele“ und insbesondere bei Russlands autoritärem Führer Putin.

In der Psychologie nennt man dieses Phänomen „Kognitive Dissonanz“ (Leon Festinger) oder auch „Selbsttäuschung“.

Da die Wahrheit über die Stellung Russlands in der Welt nur schwerlich ertragen werden kann, werden zur Überwindung des Spannungszustandes Fakten ignoriert oder ausgeblendet und eine eigene aggressive Wahrheit zur Erhaltung eines positiven Selbstbildes konstruiert (Konstruierte Wirklichkeit).

Sein eigenes Geschichtsverständnis ist in diesem Zusammenhang für Wladimir Putin zur wichtigsten Machtressource geworden. Am 12. Juli veröffentlichte er einen Essay über die historischen Beziehungen zwischen Russen und Ukrainern. Aus der gemeinsamen Geschichte der beiden Völker in der mittelalterlichen Kiewer Rus leitet er darin ab, dass Russen und Ukrainer über die Jahrhunderte hinweg in einem „spirituellen Raum“ lebten und bis heute ein Volk bilden.

https://www.spiegel.de/ausland/fake-news-im-russland-ukraine-konflikt-wladimir-putins-droh-rede-im-faktencheck-a-309c767d-3150-442c-849b-4248206203a5

Alles, was nicht zur eigenen Weltanschauung bzw. zur eigenen historischen Weltsicht passt, wird einfach ignoriert oder ausgeblendet bzw. passend gemacht.

Eine solche Strategie ist natürlich nicht besonders sinnvoll, da hier die Realität nur verdrängt wird. Solange die Wirklichkeit verdrängt wird, wird es auch eine vernunftbezogene Selbstreflexion, verbunden mit konstruktiven Verhaltensänderungen, nicht geben. Die kognitive Dissonanz (die Verirrung Putins) bleibt bestehen.

Es ist wahr, dass Russland territorial das größte Land der Welt ist. Es ist wahr, dass Russland unendlich viele Bodenschätze besitzt. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass Russland mit seinen 145 Millionen Bürgern nicht viel aus diesen Vorteilen macht und Russland nur eine sehr geringe wirtschaftliche Wertschöpfung generiert.

Von daher ist es schon sehr verwunderlich, was sich Russland mit seiner nur geringen Wirtschaftskraft an aggressiven kriegerischen Handlungen zutraut?

Das kann nicht gutgehen. Russland wird auf kurz oder lang daran zusammenbrechen.

Der Riesenzwerg: Russlands Wirtschaftsleistung im Vergleich – Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Russland im Vergleich:

„Russlands Wirtschaftsleistung ist buchstäblich ein Armutszeugnis. Egal, welches Zahlenset dazu betrachtet wird: Für ein solches Riesenland, gesegnet mit derart enormen Ressourcen und mit einer insgesamt gut gebildeten Bevölkerung von 145 Mio. Menschen, wäre noch das fünffache ­Bruttoinlandprodukt eher bescheiden.

Das kleine Südkorea etwa, das 1953 noch kriegsversehrt darniederlag, hat eine Volkswirtschaft entwickelt, die heute etwas grösser ist als die russische.

Die chinesische Provinz Jiangsu zum Beispiel bringt es nahezu auf ein BIP wie Russland – das Überholen ist nur eine Frage der Zeit.

Reizvoll ist der ­Vergleich mit der Schweiz, die es auf ungefähr die Hälfte der russischen Wirtschaftskraft bringt (ohne Verkaufsschlager wie Öl, Gas und Kriegsgüter).

Der US-Bundesstaat Kalifornien oder auch das Vereinigte Königreich sind ökonomisch etwa doppelt so gewichtig wie Russland.

Russland liegt gefesselt darnieder, wie der Riese Gulliver aus Jonathans Swifts Klassiker. Eine substanzielle Steigerung ist innerhalb des Systems Putin illusorisch.“ Manfred Rösch – der Riesenzwerg – Russlands Wirtschaftsleistung im Vergleich / 2021.

Neben der starken Abhängigkeit von den Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft steht die russische Wirtschaft vor einer Reihe weiterer struktureller Herausforderungen, die sie daran hindern, ihr Wachstumspotenzial zu entfalten. Ein wesentlicher Aspekt betrifft den Mangel an liberalisierten Märkten, auf denen der freie Wettbewerb zu einer effizienten Ressourcenallokation führt.

Ein weiterer Aspekt, der zur strukturellen Schwäche der russischen Wirtschaft beiträgt und gleichzeitig ein enormes Potenzial für die zukünftige Entwicklung darstellt, sind das ineffizient genutzte Humankapital sowie die im internationalen Vergleich schwache Leistung im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E).

In keinem Wirtschaftszweig gibt es zudem Spitzenprodukte oder Spitzentechnologie „Made in Russia“.

Eine weitere wichtige Herausforderung für das russische Wachstumsmodell bleibt die weit verbreitete Korruption (Mafia-Staat).

Der Umbau der russischen Wirtschaft hin zu einer von Verteidigungs- und Sozialpolitik geleiteten Kriegswirtschaft ist offensichtlich. Auch wenn Russland noch große Rücklagen hat: Wo soll all das Geld (Liquidität) langfristig herkommen? 

Russland ist tatsächlich eine kleinere, schwächere, isoliertere Wirtschaft mit einem kleinkariert und nationalistisch denkenden Anführer an der Spitze (versus einer komplex vernetzten Weltwirtschaft / Weltgesellschaft ).

Der hohe Anteil des Staatssektors geht auch mit einer geringeren Produktivität einher. Laut Schätzungen liegt die Arbeitsproduktivität in den Unternehmen in Staatsbesitz in einigen Branchen bei etwa 30% des Branchendurchschnittswerts. In vielen Bereichen verfügt der Staat über Monopolrechte. Zudem sind die Entscheidungen auf den Führungsetagen oft politisch motiviert und die Unternehmensführung ist politischen Zielen untergeordnet.

Wirtschaftliche Stärke und technologische Entwicklungsdynamik führen:
a) zu mehr Wohlstand von Bürger/innen und
b) zu einer verbesserten militärischen Machtposition
von Staaten.

Exzessive Rüstungsausgaben (z. B. im Rahmen einer imperialen Überdehnung) schwächen das Wachstum von Staaten und können zum Zerfall dieser führen.

Russlands imperialer Irrweg (imperiale Überdehnung). Unter Putin ist Russlands Militärbudget stark gestiegen. Dieser Kurs übersteigt die wirtschaftlichen Kräfte Russlands.

In einer Untersuchung über den Aufstieg und den Fall von Großmächten hat der Historiker Paul Kennedy die Theorie entwickelt, dass der Niedergang von Staaten immer dann einsetzt, wenn sich eine Schere zwischen den Ausgaben für innere und äußere Sicherheit und den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes öffne. Russland unter Putin ist dabei diese These der „imperialen Überdehnung“ zu bestätigen.

„Es gibt eine Dynamik der Veränderung, die hauptsächlich von wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen angetrieben wird, die sich dann auf die Sozialstruktur, das politische System, die militärische Macht und die Position der einzelnen Staaten und Reiche auswirken.“ Aus: Paul Kennedy – Aufstieg und Fall der großen Mächte, S. 649, 1989 Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main,

„Ein ungleichmäßiges (und schwaches) Wirtschaftswachstum hat langfristige Auswirkungen auf die relative militärische Macht und die strategische Position …des Staatensystems“. Ebenda, S. 649.

„Obwohl manchmal behauptet wird, dass Verteidigungsausgaben gewisse kommerzielle, wirtschaftliche spin-offs, nützliche Nebenwirkungen, mit sich bringen, ist es zunehmend schwer, die Behauptung zu widerlegen, dass exzessive Rüstungsausgaben dem Wachstum schaden.

Die Schwierigkeiten, die militärisch kopflastige Gesellschaften heute durchleben, sind lediglich eine Wiederholung der Erfahrungen (der Geschichte).

Eine große Kriegsmacht wirkt wie ein gewaltiges Monument auf den leicht zu beeindruckenden Beobachter, aber wenn sich nicht auf einem festen Fundament steht – in diesem Fall einer produktiven Nationalökonomie-, riskiert sie den zukünftigen Zusammenbruch.“ Ebenda S. 656-657.

nzz.ch/wirtschaft/russland-haushalt-fuer-2024-im-zeichen-des-kriegs

Putin will die totale Herrschaft!

Der kleine Führer (mit devotem Nicken) wird vom großen Führer vorgeführt.

Putin über die Ukraine: „Historisch gesehen ist das unser Land. Also „verteidigen“ wir nur unser Staatsgebiet.“

Das Putin Interview von Tucker Carlson (8.2.2024) zeigt eins ganz deutlich: Putins Geschichtserzählung „Wahrheit“, über Russland, jenseits des aktuellen internationalen Rechts, soll einerseits sein „blutiges Kriegsvorgehen“ gegen die Ukraine wissenschaftlich rechtfertigen bzw. seine Rolle als Führer dieser russischen Nation legitimieren und andererseits sein „Gewissen“ als Person schadlos halten.

In seinem geistigen Tunnel duldet er weder eine kritische historische Hinterfragung des Territoriums Russlands in der Welt, noch jedwede Eingrenzung seiner Machtfülle als alleinigen Führer. Das hält sowohl Putins Machtgefüge als Führer Russlands als auch sein personales Ich zusammen.

Wie fragil und auch angreifbar diese Gesamtstruktur aus grenzenloser Macht zugeschnitten auf nur eine zentrale Person sein kann, zeigt der unvorhergesehene Prigoschin Aufstand.

Wenn auch nur ein kleines Puzzleteil aus dem Machtgefüge herausbricht, tritt sofort ein massiver Kontrollverlust (Machtvakuum) ein und das Gesamtgebilde wackelt bedrohlich (Explosion/ Implosion). Die Hilflosigkeit der autokratischen Herrscher wird dann besonders deutlich.

Putin legt jedes Zögern als Schwäche aus. Man darf ihm nie nachgeben, sondern muss ihm stets die Stirn bieten. Eigentlich müsste das inzwischen jedem klar sein.

Wissenschaftlerin Angela Stent. «Das letzte Mal habe ich ihn 2019 getroffen. Mein Eindruck ist, dass er immer paranoider und auch von sich selbst überzeugter wird. Er lebt nur noch in seiner eigenen Welt», sagt sie zu «Focus».

Gebietsansprüche nach Putin Manier:
„Mongolisches Weltreich – 1294“
von „Putins Russland“ und „Xi Jinpings China“ ist da nicht viel zu sehen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_historischen_Einheit_von_Russen_und_Ukrainern

Microsoft Word – oe_7_2021_VIII_S_67_76.docx (zeitschrift-osteuropa.de)

Putins bedrohliche alternative Geschichtsschreibung – libmod.de

https://getpocket.com/de/collections/wer-der-mensch-wladimir-putin-wirklich-ist-eine-sammlung?utm_source=pocket-newtab-de-de

https://www.lpb-bw.de/zeitenwende-in-deutschland

https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/politik-transparent-die-expertise-von-thomas-jaeger-wenn-putin-jemandem-gesundheit-wuenscht-ist-man-nur-noch-auf-dem-mars-sicher_id_259512499.html

https://specials.dekoder.org/freiheit-protest/belarus/?utm_source=pocket-newtab-de-de

Henryk Cichowski – „Manchmal haben sogar Bestien einen lichten menschlichen Moment und erkennen im Spiegel das Monster des eigenen bösen Ich´s. Dieser furchtbare Augenblick der Selbsterkenntnis setzt das gespaltene Wesen unter Zugzwang.“

„Das Böse weiß vom Guten, aber das Gute vom Bösen nicht. Selbsterkenntnis hat nur das Böse.“ – Franz Kafka