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Spiegel online Kommentar – Corona

Im Zeitalter des Anthropozäns erhalten wir seit nunmehr ca. 2 Monaten regelmäßig (empathisch und gekoppelt mit alternativlosem Verordnungskontext) von unserer Kanzlerin die neusten Erkenntnisse und Verhaltensregeln unserer Wissenschaftler erklärt:
– Hygiene, also immer schön Hände waschen,
– Distanz, also Abstand halten bzw. keinen Kontakt zu Menschen haben sowie
– Gesundheitssystem, dieses darf nicht überlastet werden.


Das Ganze wird festgemacht an dem Faktor r.

R – setzt unsere Grundrechte zum Leben und Überleben zunehmend r-igide außer Kraft.

Wenn man bedenkt, dass bei einer zwischenzeitlich erreichten Immunität von 1-2 % wir zum Erreichen der Herdenimmunität bei ca. 60 % noch ca. 3-5 Jahre benötigen, dann ist die Chance groß, dass es (bei ca. 15.000.000 Menschen in Arbeitslosigkeit bzw. Kurzarbeit) zu massiven ökonomischen, sozialen und psychosozialen Verwerfungen kommen wird.

Man erinnere sich leise, dass es gegen das Aids Virus bis heute (40 Jahre später) keinen Impfstoff gibt.

Ich behaupte, dass der Faktor t (Zeit) gefährlicher ist als der Faktor r (Reproduktion).

Das Verharren in der Höhle wird uns nicht dauerhaft vor Hunger und Not schützen.

Wahrscheinlich nur solange, wie wir auf unsere gesellschaftlichen Vorratskammern zurückgreifen können.

Und wenn dann noch insbesondere die sogenannten systemrelevanten Menschen (Helden) begünstigt werden, wird es hier zu weiteren unmenschlichen Aufteilungen kommen.

Das Los der Menschen ist nunmal (leider auch aller Wissenschaftler auf der Welt), dass wir eben wenig wissen. Was wir nicht wissen, ist aber umso größer.

Das gilt es, anzuerkennen.

Und weil das so ist, sollten wir auf die Argumente und Möglichkeiten des Lebens und des Überlebens setzen und dabei die Risiken des Todes nicht außer Acht lassen. In jedem Fall sollten wir blinden Aktionismus vermeiden.

Ein solcher Weg würde das Leben aller Menschen würdigen, also das der jungen und sehr jungen Menschen als auch besonders schützend das der älteren.

Viren gehören zum Leben. Deren Beseitigung ist unmöglich. Das sie auch Probleme bereiten können, ist Realität. Insofern können wir nur versuchen, der Problemwirkung auszuweichen bzw. sie so gut es geht zu managen.

Ein Trost ist, das wenigstens der menschliche Organismus das Virus erfolgreich in den Griff bekommen kann. 

Unsere eigene göttliche menschliche Natur selber ist nämlich das genialste virologische Laboratorium:
– sie erkennt das Virus sofort (Test),
– sie bekämpft das Virus (Medizin) und
– sie entwickelt Antikörper, die uns vor Ansteckung schützen (Impfstoff).

Alles ohne akademische Ausbildung und in nur sieben Tagen.

Das ist eben der Unterschied zwischen der Genialität der Natur bzw. des Lebens (REALITÄT) selber und dem sogenannten expliziten Wissen mit allen  Ableitungen und wegweisenden Vorgaben (wissenschaftlichen WAHRnehmungen, Annahmen, Hypothesen, Theorien und Modellen zur Beschreibung der angenommenen Wirklichkeit) , bei aller Würdigung der Wissenschaft.

Das sollten wir In der Erwartungshaltung an die Wissenschaft sowie beim Schaffen von Wissen selber, ohne natürlich zu Verzagen, in Demut und in Respekt vor der von den Menschen unabhängigen Natur (REALITÄT) zur Kenntnis nehmen und aber auch zur besseren Einordnung der Verhältnisse und zur pragmatischen Bewältigung von Lebenssituationen anerkennen.

Wir wissen eben viel mehr nicht, als wir wissen von der Natur.

Mit anderen Worten, die Enttäuschung über den Wissensstand der Wissenschaft sollte uns wieder selbstverantwortlicher Näherrücken zur Natur, insbesondere der eigenen menschlichen.

Wenn wir wieder näher bei uns sind, erkennen wir auch wieder besser unsere eigene Verletzbarkeit und Widerstandskraft. Wir können auch wieder besser einschätzen, was uns schwächt und uns stärkt, was wir tatsächlich materiell benötigen und wir nicht benötigen.

Weniger ist eben manchmal mehr. 

Vor allem ein bewusstes Mehr an geistiger Nahrung: an Selbstverantwortung, an Selbsterkenntnis und vor allem auch Selbststeuerung, hilft zu überleben.

Und was uns selber hilft, hilft auch unseren Mitmenschen.

Das ist der nächste Schritt, wir müssen feststellen und würdigen, dass wir ohne den Dienst des anderen im Leben nicht weiterkommen. Der eine macht die Brötchen, der andere hilft uns beim gesund werden, ein anderer fordert uns geistig, andere geben uns halt oder unterhalten uns …

Ohne die anderen sind wir nichts.

Alle Menschen sind auf ihre Weise und mit ihrem individuellen Talent oder ihrer Gabe ein lebensrelevanter Teil der Gesamtnatur. 

Henryk Cichowski
Jeder Mensch kann etwas, leistet mit seinem individuellen Talent einen Beitrag und ist lebensrelevant wichtig für die Gemeinschaft!