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Vermeidung von Kulturkämpfen

Henryk Cichowski – Evolution – Zusammenspiel von Geist und Sein

Unter Kultur (DUDEN) versteht man die Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung sowie die Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen.

Die Kultur stellt für die Mitglieder von kulturellen Gemeinschaften ein Orientierungssystem in der Daseinsbewältigung dar, welches das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller Menschen in der Gemeinschaft beeinflusst.

Kultur bezeichnet somit die gesamte Lebensweise einer Gemeinschaft, vor allem die „Werte, Normen, Institutionen und Denkweisen, insbesondere Religion. Kulturen sind definiert durch ihre geistig-weltanschauliche Dimension und sind identitätsbildend für die Menschen.

Je nach kulturspezifischer Orientierung können zwischen den unterschiedlichen Kulturgemeinschaften Konflikte entstehen, die es friedlich zu überwinden gilt.

Die Basis zur Vermeidung von Kulturkämpfen ist ein gemeinsam anerkannter Ordnungs- und Handlungsrahmen, deren Regeln trotz unterschiedlich kulturellem Background von allen gemeinsam anerkannt werden. Ähnlich einer Straßenverkehrsordnung für alle teilnehmenden Verkehrsteilnehmer.

Dieses setzt mehrerlei voraus:

  • man sollte aktiv in die dialogische Auseinandersetzung mit anderen Kulturen treten wollen,
  • man sollte lernen, andere kulturelle Auffassungen anzuerkennen, auch um zu bestimmen und zu unterscheiden, wer man selbst ist bzw. wer man selbst nicht ist und
  • man sollte sich im Rahmen eines wechselseitigen Respekts auf universelle Normen einigen, die von allen anerkannt werden.

Diese übergreifenden Normen sind keine Leitkultur im Sinne einer für alle verbindlichen Lebensform, sondern Regeln, in deren Rahmen unterschiedliche Lebensformen möglich sein müssen.

Allerdings begrenzt die Anerkennung universeller Normen natürlich auch den Freiheitsspielraum der jeweiligen kulturellen Lebensformen.

Es handelt sich bei universellen Normen auch nicht um ein kulturelles Weltbild, sondern um Standards, nach denen kulturelle Weltbilder beurteilt werden können.

Es geht dabei nicht um einen normativen Kulturbegriff, sondern um Normen bzw. Regeln für Kulturen.

Das Modell der Anerkennung der Verschiedenheit, Einheit durch anerkannte Verschiedenheit und der Einigung auf universelle Normen heißt Zivilisation.

welt.de/Wir-erleben-den-Zusammenprall-der-Zivilisationenl
Prof. Dietz – Kampf der Kulturen? Über Huntingtons These