Zum ewigen Frieden – aber wie?

„Schafft eine Ordnung, die stärker ist als eure Streitigkeiten.
Einen Frieden, der unabhängig ist von eurer Moral.
Einen Vertrag, den selbst die Mächtigsten nicht zu brechen wagen.
Dann werdet ihr in der Geschichte bestehen –
und die Völker werden leben.“
Jetzt gilt es, mit vernunftorientierter und kluger politischer Raffinesse einen „Deal“ gegen das Böse sowie Scheinheilige zu kreieren.
Strategie: geistiges Vorbild ist Jesus – Matthäus 5.40
Matthäus 5.40 bedeutet nicht: Kapitulation, Unterwerfung, Staatsauflösung, Wehrlosigkeit – sondern unbeugsame Selbstbestimmung in Freiheit.
Umsetzung: In „Zum ewigen Frieden“ (1795) schreibt Kant, dass selbst „ein Volk von Teufeln“ einen stabilen Staat schaffen könne – sofern sie Verstand besitzen und gerechte Gesetze vernünftig anerkennen.
Der Kern: Frieden und Gerechtigkeit dürfen nicht vom guten Willen der Menschen abhängen, sondern müssen durch kluge, faire Regeln gesichert sein, die auch den Egoismus der Menschen bändigen.
Selbst böse Menschen (oder „Teufel“) könnten einen vernünftigen, gerechten Vertrag schließen, wenn dieser rational ihre eigenen egoistischen Interessen schützt, und die Regeln fair und allgemein formuliert sind.
Immanuel Kant nennt das die Vernunftordnung des Rechts:

Nicht Moral (guter Wille) sichert Frieden, sondern gerechte, allgemein verbindliche Strukturen, die selbst die „Bösen“ aus Eigennutz einhalten.



